zeit der veränderung – innsbruck

Puh – das war jetzt eine lange „Geburt“ – wie man so schön sagt. Ich verstehe selbst nicht, warum ich jetzt so lange gebraucht habe, endlich von einem Thema zu schreiben. Einem Thema, das mir im ersten Moment ein Freiheitsgefühl gibt und dennoch wahrscheinlich einige Gefühle hochholt, die erst jetzt – genau in diesem Moment – bearbeitet werden dürfen.

Innsbruck – damals 2014 – ein Wort..

und ich fühlte mich frei, frei das zu machen, was ich will, frei von all dem, was damals in meinem Leben war, frei sich in einer großen Stadt selbst zu bewegen, genau das zu machen, wie ich es mochte. Ich war damals 22 Jahre alt, hatte privat und beruflich einige größere bzw. kleinere Problemchen und da war die Neugier auf was Neues, was Unbekanntes, etwas, dass mir das Gefühl geben konnte „und jetzt mache ich das alleine“ sehr groß. Innsbruck, ich hatte die wunderbarsten Gefühle, wenn ich an Innsbruck dachte – sodass ich es gewagt habe, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen: Job und Wohnung dort zu finden! Endlich wieder meinen Freundinnen näher zu sein, die ich damals vom Studieren noch kannte – auch unter anderem ein Grund, warum ich Innsbruck gewählt habe.

Arbeit kriegte ich ziemlich schnell – und Wohnung auch! Dann konnte im Mai 2014 das Abenteuer losgehen. Mit Sack und Pack alles raus -in meine erste kleine Wohnung. Sie war nicht groß, aber sie war mein Raum, der Raum, den ich gestalten konnte, wie ich wollte, in dem Raum, wo ich sein konnte, wie ich wollte bzw. wie ich bin, ich konnte zusperren, wenn ich Ruhe haben wollte, ich konnte sie öffnen, wenn ich Leute um mich haben wollte. Ich war frei selbst zu entscheiden, was ich wann kochen wollte, ich durfte die Dinge einkaufen, die ich in meinem Haushalt haben wollte! Ich hatte es geschafft: ich hatte meinen lang ersehnten Traum aus Eigenständigkeit, Freiheit und Alleinsein erreicht. Alleinsein? Ja ich glaube in dieser Zeit war es sehr wichtig für mich, viel Zeit für mich zu haben. Ich ging Arbeiten, fühlte mich von Anfang an wohl, ich schaffte all die Dinge mit Leichtigkeit – ich bin selbst erstaunt wie leicht alles funktioniert hatte – wie geführt und das gibt mir jetzt noch so ein wunderbares Gefühl.

Nach und nach baute ich mir mein eigenes Leben immer weiter auf – meine Eigenheiten, meine Wünsche, meine Vorstellungen schaffte ich es immer mehr umzusetzen. Ich fühlte mich frei, endlich auch das zu essen und kochen, was ich wollte, ohne darauf verzichten zu müssen oder mich gefühlt rechtfertigen zu müssen was ich wie machte. Ich kriegte auch mein Essverhalten wieder besser in den Griff.

Jetzt im Nachhinein – und ich war damals bevor ich nach Innsbruck ging – tatsächlich ein bisschen fertig, psychisch und physisch und ich bin so stolz auf mich, dass ich es trotzdem gewagt habe, und auch wenn es vielleicht im ersten Moment komisch klingt, genau diese Fremde, Alleinsein, Freiheit hat mir so viel Kraft gegeben, sodass ich immer mehr ins Leben wieder zurückfand.

Klar entwickelt sich jeder immer weiter – aber in der Zeit habe ich meinen Charakter, meine Gewohnheiten stark geprägt, ich habe mich angefangen, immer mehr um mich selbst zu kümmern.

In diesen zwei Jahren, in denen ich Innsbruck war, wenn ich so zurückdenke, sie waren so bunt, so vielfältig, so fantastisch. Ich bin in dieser Zeit „erwachsen“ geworden, habe rausgefunden, was für mich wichtig ist und was nicht. Es gab so viele Epochen, so dass ich kaum behaupten würde, dass ich anfangs die gleichen Dinge geschätzt habe wie zu Ende. So wie ich die Stadt erkundet habe, habe auch ich mich verändert – so wie jeder Stadtteil seine einzigartigen Seiten hat, habe ich meine dementsprechende innere Seite aktiviert oder gestärkt. Gefühle ausgelebt, Gefühle entdeckt. Die Freiheit durch die Straßen zu gehen, immer wieder neue Straßen, neue Gebiete, neue Dinge zu entdecken – weißt du wie spannend das war? Von einem „Halt“ zum nächsten „Halt“. Von einer Lektion zur nächsten Lektion. Von einer Herausforderung zur nächsten Herausforderung. Es ist sehr schwer in Worte zu fassen, wie ich mich in den zwei Jahren geändert habe, aber eines weiß ich, es ist eine starke Veränderung in mir und auch um mich passiert. Ich bin umgezogen nach ca. einem Jahr – so wie die Wohngegend sich verändert hat, habe auch ich mich verändert. Von der eher für mich „gefühlt kälteren“ Wohngegend in die „gefühlt wärmere“ Wohngegend. Die Wohnung war größer, weiter, heller, wärmer. Wunderbar. Und doch war die „Kälte“ in der ersten Wohnung genau das richtige für mich für diese Zeit. Diese eher heimatlichere Wohngegend, brauchte ich anfangs um mich nicht so fremd fühlen zu lassen. Irgendwie war diese Straße ja doch dorfähnlich. Also fühlte ich mich in der riesen Stadt nicht so klein.

20151229_110408
innufer – und die weite:)

Der Inn – so ein wunderbarer Fluss, so ein schöner Weg,
so ein Freiheitsgefühl dort spazieren zu gehen. Die
Stadtmitte, mit all den Möglichkeiten, mit all den überdimensionalen
Angeboten an Dingen, Produkte usw. – die niemand braucht und dennoch
von der Menschheit geliebt werden. Auch ich muss sagen, wenn ich dieses
Zeug alles nicht brauch, nur die Tatsache oder Möglichkeit, dass es das
gibt, ist sehr reizend finde ich!

Neben meinen inneren Veränderungen habe ich auch gelernt bewusster zu essen, bis zu dem Punkt, dass ich zu Hause nur mehr vegan koche und auswärts zu 95 % vegan esse! Auch dieses bewusstere Gefühl mir selbst gegenüber, der Umwelt gegenüber, den Tieren gegenüber, ist für mich so ein wunderbarer Schritt und bringt mich immer mehr der Natur entgegen und lässt mich mit mir selbst und meinem Körper im Einklang sein.

Die Erinnerungen an Innsbruck, an all die wunderbaren Menschen, die ich kennenlernte, sind so schön, so wunderbar – so befreiend und lassen mich so dankbar sein! Es ist sehr schwer für mich, dass in Worte zu fassen. Es fühlt sich einfach so richtig an, in Innsbruck gewesen zu sein. Die Chance genutzt zu haben, mich in Innsbruck selbst kennenzulernen, mich zu finden, bzw. mich auf meinem Weg zu bringen – dank der wunderbaren Menschen, die mir dabei geholfen haben. Ich möchte allen dafür danken! Für mich fühlt sich Innsbruck wie eine Heimat an. Für mich ist Innsbruck wie ein Zuhause – wenn ich nach Innsbruck fahre, ist es wie ein Nachhause kommen. Ich erinnere mich so gerne an die Zeit zurück, die wunderbaren Erfahrungen. Die ganzen ohne-Ziel-Spaziergängen durch die Stadt.

Innsbruck hat mir die Chance gegeben, mich weiterzuentwickeln und mich auf den Weg zu bringen, auf dem ich gerade bin. Innsbruck wird immer in meinem Herzen sein und all die Zeit, die ich dort verbracht habe. Ich bin sehr dankbar für alles und jeden, den ich dort kennengelernt habe. Danke, dass ich und mein Herz immer noch strahlen, wenn ich zurückdenke und mein Herz immer noch Luftsprünge macht, wenn ich nach Innsbruck fahren darf.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s