Buch-Date, das Ergebnis

Zeilenende und Wortgeflumselkritzelkram hatten zum dritten Buch-Date geladen. Da ich Nummer 1 erstmal von Ferne betrachtet hatte und bei Nummer 2 im Urlaub war, wollte ich unbedingt diesmal teilnehmen. Ich finde die Aktion nämlich absolut geil.

Es lief diesmal so ab, dass sich eine „Buchschlange“ bildetet. Ich schlug fraggle99 drei Bücher vor und bekam selbst von Chris drei Bücher vorgeschlagen. Die Entscheidung fiel bei mir sehr schnell, welches Buch ich lesen wollte.

Der Greif von Heike und Wolfgang Hohlbein

Ein Klassiker aus einer ganzen Serie. Ich habe die Bücher von Hohlbein’s in den 90er Jahren verschlungen. Begonnen mit Märchenmond und Märchenmonds Kindern über die Spiegelzeit bis zu Der Greif. Daher war von Anfang an klar, dass diese Buch für mich nicht in Frage kommt. Natürlich hätte ich es mir einfach machen können, einfach nochmal lesen, aber ich wollte ja was Neues kennenlernen.

Die Therapie von Sebastian Fitzek

Der zweite Vorschlag sprach mich an. Ich schwankte einen Moment, dieses Buch zu lesen, zumal mir eine Freundin anbot, mir das Buch auszuleihen. Ich denke, ich werde es auch noch lesen, aber ich entschied mich dann doch für den dritten Vorschlag von Chris.

Der Wolkenatlas von David Mitchell

„David Mitchell nimmt den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt. Und man wünscht sich, diese Reise möge nie enden.“ (A. S. Byatt) – So steht es auf dem rückwertigen Cover und das machte mich neugierig.

Sechs Lebensgeschichten, die anfänglich scheinbar nichts miteinander zu tun haben, werden zu einem Buch verwoben, dass erst auf den zweiten Blick die Verstrickungen miteinander aufzeigt.

Jede Geschichte hat einen anderen Schreibstil. Es beginnt alles in der Vergangenheit und geht in die Zukunft über. Die erste Geschichte ist als Tagebuch geschrieben, dass mittendrin abbricht, als sei der Rest verloren gegangen.

Eine Geschichte ist als Interview angelegt, bei dem der Protagonist einem Art Verhör Rede und Antwort stehen muss.

Ich habe mich mit dem Buch letztlich recht schwer getan. Das hat verschiedene Gründe. Der erste Grund ist für mich auch der Schönste: mir kam das Leben dazwischen und ich bin das erste Mal seit Jahren verliebt und habe mich dadurch abends (wo ich gewöhnlich vor dem Einschlafen lese) gerne vom Buchkonsum ablenken lassen. Das hatte zur Folge, dass der heutige Tag immer näher rückte und ich immer noch auf der ersten Hälfte des Buches rumdümpelte und einen Schnellleseexkurs einlegen musste, um heute überhaupt eine Beurteilung schreiben zu können.

Andererseits war ich von Mitchells Schreibstil hin- und her gerissen. Ich schwankte zwischen Faszination, Langeweile und Genervtsein. Bei der ersten Geschichte nervte mich, dass jedes UND abgekürzt wurde. Ich verstehe den Sinn dahinter, aber ich fand es dennoch zum Lesen hinderlich. Auch der abrupte Abbruch traf nicht meinen Geschmack.

Die Geschichte Halbwertszeiten – Luisa Reys erster Fall dagegen war flüssig und spannend geschrieben und fesselte mich. Ebenso die Fortsetzung, die am Buchende auf mich wartete.

Sloosha’s Crossin‘ un wies weiterging nervte mich am meisten. Dieses „gewollt die Wörter anders schreiben“, aber nicht innovativ sein führte dazu, dass ich gedanklich ständig abschweifte und irgendwann selektiv las. Das kann doch nicht die Intention des Autors gewesen sein, oder?

Mein Fazit:

Der Grundgedanke einer Geschichte über mehrere Generationen, die Verflechtungen und die Auflösung sind eine gute Idee, aber die Umsetzung hat mich persönlich nicht hinter dem Ofen hervorgelockt. Da bin ich doch froh, dass ich nicht noch mehr Zeit auf die Konsumierung dieser Lektüre verwendet habe, sondern meiner persönlichen Lebenssituation den Vorrang gab. Das war wesentlich befriedigender.

Sicher ist das Geschmackssache – ich habe einige begeisterte Rezensionen in der Vorbereitung quergelesen – aber leider nicht meins. Trotzdem danke ich Chris für den Vorschlag und empfehle euch, am nächsten Buch-Date, welches schon am 11. März startet teilzunehmen. Es hat Spaß gemacht und ich werde mir nun mal die anderen Rezensionen ansehen und wer weiß, vielleicht findet sich eine Empfehlung für den momentan doch sehr kleinen SuB.

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12 Gedanken zu “Buch-Date, das Ergebnis

    1. Danke für die Glückwünsche.

      Die Frage ist berechtigt. Vielleicht bin ich auch nur noch nicht soweit. Mal sehen, vielleicht nehme ich es mir irgendwann nochmal vor und finde es dann richtig gut – wer weiß…

      Gefällt 1 Person

  1. Na immerhin war ein „Date“ ein voller Erfolg, dazu Glückwunsch 🙂

    Und zum Buch – schade, dass du dich damit nicht anfreunden konntest, aber „Der Wolkenatlas“ gehört auch zu den Büchern, die zwischen „super“ und „grauenhaft“ kaum andere Wertungen zulassen. Was „Sloosha’s Crossin‘ un wies weiterging“ betrifft, sehe ich es sogar ähnlich, wie du. Dieser Teil war wirklich sehr schwierig zu lesen, eventuell ist das auch der Übersetzung geschuldet.

    Beim nächsten Buchdate kann es dann ja nur besser werden 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Es hat ja trotzdem Spaß gemacht und nur weil das Buch meinen Geschmack nicht zu 100% getroffen hat, heißt das ja nicht, dass das Buch schlecht ist.
      Es gibt bestimmt genug Leute, die es gut finden.
      Ich bereue es dennoch nicht, es gelesen zu haben.

      Gefällt 1 Person

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